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Bewerben aus der Festanstellung

Bewerben aus der Festanstellung

Bewerben aus der Festanstellung

Bewerben aus der Festanstellung

Sie wollen sich nach einem neuen Job umsehen. Gratulation! Bevor es aber ans Bewerben geht, sollten Sie einige Punkte bedenken. Ganz besonders dann, wenn Sie noch in einem fixen Arbeitsverhältnis sind. Sonst kann die Jobsuche schnell nach hinten losgehen.



Von Emily Walton


Die gute Nachricht zuerst: Wenn Sie sich aus einer Festanstellung heraus um einen neuen Posten bewerben, haben Sie einen großen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern, die ohne Job und auf der Suche sind: Sie haben keinen Druck, da weiterhin monatlich Geld auf ihr Konto überwiesen wird. Sie können – und sollten – sich unbedingt Zeit lassen, den richtigen Job zu finden!
Dazu lohnt es sich, zunächst zu analysieren, warum Sie einen Jobwechsel anstreben. Haben Sie an Ihrem derzeitigen Arbeitsplatz zu wenige Perspektiven? Keine Entwicklungsmöglichkeiten? Oder liegt es am Betriebsklima? Der Unternehmenskultur? Der Beziehung zum Vorgesetzten? Vielleicht streben Sie einfach eine Veränderung an, um etwas völlig Neues zu probieren. Verschaffen Sie sich – idealerweise mit ein paar schriftlichen Notizen – Klarheit!

Wo will ich hin? Ist der Frust am Arbeitsplatz besonders groß, mag es verlockend erscheinen, gleich das erste Angebot anzunehmen, bzw. sich für einen Job zu bewerben, für den man eigentlich überqualifiziert ist. Ein Tipp: Fertigen Sie eine Kriterienliste an, bevor Sie die Stellenanzeigen durchforsten. Was genau suchen Sie? Möchten Sie zu einem großen Konzern, der vielleicht auch die Möglichkeit bietet, im Ausland zu arbeiten? Oder schätzen Sie lieber das familiäre Klima in einem KMU? Möchten Sie einen Gehaltssprung machen? Oder geht es Ihnen eher um eine neue Herausforderung?

Ein Tipp: Ist Ihr Wunsch zu wechseln (nur) auf mangelnde Perspektiven zurückzuführen, sollten Sie unbedingt nochmals gründlich die Möglichkeiten im Haus prüfen, bevor Sie endgültig den Entschluss fassen, Ihren Arbeitgeber zu verlassen. Eventuell gibt es doch eine Aufgabe für Sie, die für neuen Antrieb sorgt. Ein betriebsinterner Wechsel hat schließlich einige Vorteile: Sie müssen sich nicht alles neu erarbeiten. Außerdem haben Sie sich in den vergangenen Jahren bestimmt einen guten Ruf aufgebaut. Hinzu kommt, dass Ihr Kündigungsschutz nicht verloren geht und Sie nicht (wieder) einen Probemonat bestehen müssen.

Wem kann ich vertrauen? Wenn Sie sich aus einer Fixanstellung heraus bewerben, sollten Sie unbedingt ein paar Grundregeln einhalten. Vergessen Sie niemals, dass eine Bewerbung Privatsache ist! Das bedeutet: Schreiben Sie Ihre Bewerbungen ausschließlich in Ihrer Freizeit und versenden Sie diese keinesfalls von Ihrer beruflichen Emailadresse. Auch Telefonate sollten Sie nicht im Büro, nicht einmal vor dem Betriebsgebäude auf dem Gehsteig, führen. Wenn Sie einen Rückruf von einem Personalchef erwarten, erklären Sie diesem die Situation und bitten Sie ihn um einen Rückruf nach Dienstschluss. (Es wird Ihr Ansehen beim künftigen Arbeitgeber nur steigern!) Gleiches gilt für Jobinterviews. Wenn sich diese nur in der Arbeitszeit vereinbaren lassen, sollten Sie sich einen Halbtag dafür frei nehmen. Schieben Sie nicht einen Kundentermin oder ähnliches vor.

Außerdem: Machen Sie niemals Ihren Noch-Arbeitgeber schlecht! Selbst wenn Sie mit dem bestehenden Arbeitsverhältnis unzufrieden sind, sollten Sie im Bewerbungsgespräch nicht darauf eingehen. Bleiben Sie sachlich und vermeiden Sie zu viel Emotionalität. Betonen Sie stattdessen, dass Sie neue Herausforderungen suchen, Perspektivenwechsel wünschen und Stagnation vermeiden wollen. Unterstreichen Sie, dass Sie Mut zu Neuem haben.

Wenn Sie innerhalb der Branche wechseln, kann es durchaus vorkommen, dass der neue Job nicht über den klassischen Weg – also über eine Stellenanzeige – gefunden wird. Sie haben schließlich viele Kontakte geknüpft und lassen vielleicht mal bei einem Business Lunch anklingen, dass Sie einen Wechsel andenken. Und dass man Sie im Hinterkopf behalten soll, wenn denn mal etwas frei werden sollte. In so einem Fall ist das oberste Gebot: Vorsicht! Vergessen Sie nicht, dass die Welt ein Dorf ist. Schnell kann sich das Gerücht verbreiten, dass Sie nicht mehr zu 100 Prozent hinter Ihrem Job stehen und in der Folge das Verhältnis zu Ihrem Chef schwierig machen. Sprechen Sie daher offen mit Ihrem Gegenüber über die Vertraulichkeit Ihres Anliegens.

Wie sichere ich mich ab? Haben Sie einen neuen Job im Auge? Dann sollten Sie unbedingt einige rechtliche Aspekte zu beachten. Halten Sie Ihre Kündigungsfrist ein? Passt ihr Zeithorizont zu jenem des neuen Arbeitgebers? (Bewerben Sie sich nicht um einen Job, der ab dem nächsten Monatsersten besetzt werden muss!)

Feiern sollten Sie jedenfalls erst, wenn alles unter Dach und Fach ist. Nur ein von beiden Seiten unterschriebener Vertrag ist gültig. Verlassen Sie sich niemals auf mündliche Zusagen. Mit einer Aussage wie "Ich kann mir gut vorstellen, Sie bei uns an Bord zu haben!" können Sie Ihre nächste Miete nicht bezahlen.

Wie gehe ich? Sie haben einen Job gefunden und freuen sich auf eine neue herausfordernde Aufgabe. Schön! Dennoch ist es wichtig, einen professionellen Abgang zu machen. Achten Sie darauf, dass Projekte abgeschlossen sind und fortlaufende Agenden an Kollegen übergeben wurden. (Eventuell können Sie schon Nachfolger einschulen.) Senden Sie außerdem die Information über ihren Wechsel an Ihren Emailverteiler aus! (Achtung: Neue Kontaktadresse nicht vergessen!)

Am allerletzten Arbeitstag sollten sie nicht Ihre sieben Sachen packen und mit einem einfachen "Auf Wiedersehen" verschwinden. Zum guten Ton gehört es, die Kollegen zu einem Drink im Lokal um die Ecke einzuladen. Oder Sie nehmen eine Flasche Sekte mit, um nach Dienstschluss anzustoßen. Immerhin haben Sie viel in diesem Unternehmen geleistet und bestimmt auch schöne Momente mit Kollegen erlebt!

(Bild: Olly, Fotolia.com)


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