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Die perfekte Bewerbungsmappe

Die perfekte Bewerbungsmappe

Ein paar Zeilen in eine E-Mail gequetscht, ein Anhang hinzugefügt, ein Mausklick - und schon sind potenzielle Arbeitgeber an der Angel. So einfach stellen sich viele Jobeinsteiger eine Bewerbung in Zeiten des Internets vor. Doch nicht alle Firmen nehmen Bewerbungen auf diesem Wege entgegen. [21.05.2007]



Während große Firmen ihre Jobinteressenten oft sogar ermutigen, sich über online verfügbare Formulare in die firmeneigene Datenbank einzutragen oder den Lebenslauf via E-Mail einzureichen, gibt es auch noch zahlreiche Traditionalisten: Sie fordern eine klassische Bewerbungsmappe.

Strenge Formalkriterien

Was aber jahrzehntelang der Standard bei der Jobsuche war, überfordert die Generation Internet schnell, denn eine gute Mappe soll sich nach strengen Formalkriterien richten. Basteln ist angesagt - ohne Papier, Foto, Schere und Klebstoff läuft gar nichts. Doch auch inhaltlich gibt es einiges zu beachten.

"Die Struktur einer Bewerbungsmappe folgt meist einem Schema", sagt Mag. Verena Reicht vom Aus- und Weiterbildungsunternehmen "Die Berater" in Wien. "Ein Deckblatt mit dem Titel 'Bewerbungsmappe', dem Namen des Bewerbers, des adressierten Unternehmens und der Position, für die man sich bewirbt. Dann folgt das Anschreiben, der Lebenslauf und zweckmäßige Zeugnisse."

Struktur nur in Ausnahmefällen durchbrechen

Diese Struktur sollte nur dann aufgegeben werden, wenn das Unternehmen bestimmte Abweichungen explizit fordert - zum Beispiel zusätzliche Arbeitsproben von Werbetextern, eine Liste ehemaliger Arbeitgeber oder Referenzschreiben.

Das Anschreiben ist üblicherweise eine Seite lang. Nach der kurzen Darstellung des eigenen Werdegangs und der aktuellen beruflichen Situation sollten Bewerber erklären, was sie zu der Bewerbung motiviert hat. Auch hier gilt, dass Abweichungen dieser Faustregeln nur in Abstimmung mit den Erwartungen des Unternehmens erlaubt sind.

Den richtigen Ansprechpartner ausfindig machen

Bewerber sollten sich zudem die Mühe machen, vorab den richtigen Ansprechpartner zu ermitteln, an den sie das Anschreiben richten. Zu finden ist er oftmals auf den Internetseiten des Unternehmens oder schon auf der Stellenausschreibung. Wenn nicht, hilft ein kurzer Anruf beim Unternehmen weiter.

Beim Lebenslauf ist eine Länge von zwei Seiten üblich. Die Gestaltung des Lebenslaufes variiert ein wenig - abhängig von der Branche; auf jeden Fall beginnt er aber mit Namen und Anschrift des Bewerbers und Geburtsdatum. Besonders "klassische" Jobsuchende können auch persönliche Daten wie den Familienstand oder den Namen und Beruf der Eltern anführen.

Lebenslauf: Chronologisch oder umgekehrt chronologisch?

Es folgen Ausbildung, Praktika und Berufserfahrung in zeitlicher Reihung. Auch auf besondere Kenntnisse wie das Beherrschen verschiedener Computerprogramme oder die Kenntnis verschiedener Sprachen sollten Bewerber in ihrem Lebenslauf aufmerksam machen. Und sogar das Aufzählen verschiedener Hobbys oder ehrenamtlicher Tätigkeiten kann sich lohnen - immerhin zeigt der Jobanwärter auf diese Weise, dass er sich zu engagieren weiß.

Vorsicht bei internationalen Unternehmen: Hier herrschen in punkto Lebenslauf andere Standards. Im angloamerikanischen Raum wird die umgekehrt chronologische Vita bevorzugt. Das heißt, der Lebenslauf beginnt mit der aktuellen Position und endet mit der Grundschulausbildung. Inhaltlich kommt es jedoch auch auf die gleichen Punkte wie bei der ersten Lebenslauf-Variante an. Auf das Bewerbungsfoto wird im englischsprachigen Raum allerdings verzichtet - in Österreich ist es dagegen sehr wichtig und absolut unverzichtbar in einer guten Bewerbungsmappe.

Urlaubsfotos gehen gar nicht

"Auf keinen Fall gehen Urlaubsfotos, Freizeitbilder und dergleichen", winkt Michael Weinwurm ab. Er ist Fotograf in Wien und erkennt einen klaren Trend in Richtung Profibild. Immer mehr Jobsuchende investieren Geld für individuelle Beratung und ein Fotoshooting gegenüber Automatenfotos.

Weinwurm warnt aber vor Übertreibungen: "Schwarzweißfotos sind etwas für übertriebene Selbstdarsteller." Empfehlenswert seien sie nur für ganz wenige Jobs. Hier offenbart sich auch das wichtigste Kriterium einer guten Beratung durch den Fotografen: Sowohl der Typ des Bewerbers als auch die Branche des angeschriebenen Unternehmens sollten berücksichtigt werden.

Dresscode hängt von Branche ab

Denn Dresscode und Auftreten sind in den verschiedenen Branchen nicht identisch - beim Banker ist eine seriöse Bekleidung mit Krawatte auf dem Bild selbstverständlich, eine Eventmanagerin dagegen kann ruhig kreativer und unkonventioneller gekleidet sein. Dennoch sind die branchenspezifischen Unterschiede beim optimalen Bewerbungsfoto nicht allzu groß.

Das fertige Bild sollte entweder auf einem eigenen Blatt der Mappe beigefügt sein oder auf der ersten Seite des Lebenslaufs kleben. Vorsicht ist geboten: Flüssigkleber wirft oft Falten - daher sollten Bewerber eher auf Klebestifte zurückgreifen.

Hochwertiges Papier verwenden

Auch aufgrund solcher Hindernisse empfiehlt sich die Verwendung von hochwertigem Papier. "Es muss auch nicht immer weiß sein, ein leichter Creme-Ton wirkt warm und freundlich", rät auch Verena Reicht. Die Stärke von Papier wird in Gramm pro Quadratmeter gemessen. Normales Kopierpapier wiegt 80 g/m2, eine empfehlenswerte Stärke für eine Bewerbungsmappe sind 120 g/m2.

Ist das Papier noch schwerer, besteht wiederum die Gefahr, als protziger Selbstdarsteller zu erscheinen. Sind alle Tipps berücksichtigt und die verschiedenen Unterlagen zusammengetragen? Dann steht Bewerbern die nächste Herausforderung bevor: Die Mappe.

Kartonmappe ist guter Standard

"Auf keinen Fall sollte man eine Klarsichthülle verwenden", rät Verena Reicht. Ein Schnellhefter sei nicht optimal, aber besser als gar nichts - Ledermappen sind dagegen zu dick aufgetragen. "Eine Kartonmappe mit Klappen ist guter Standard."

(Benedikt Mandl / Bild: Photo Disc)


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