Jobtrends Österreich - Die Zukunft ist grün

Jobtrends Österreich - Die Zukunft ist grün

Jobtrends Österreich - Die Zukunft ist grün

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Schon heute ist jeder 20. Arbeitsplatz in Österreich im Bereich der Umweltwirtschaft zu finden. Die Bundesregierung verfolgt den ehrgeizigen Plan, die Zahl der "Green Jobs" im laufenden Jahrzehnt nochmals um mindestens 50 Prozent zu steigern.



Von Bernhard Madlener

"Der Umweltsektor ist unser größter Wachstumsmarkt", stellte Niki Berlakovich, Bundesminister für Umwelt- und Landwirtschaft, Anfang April 2011 fest, und präsentierte das aktuellste Datenmaterial der Statistik Austria. Der Bereich sei etwa von der Weltwirtschaftskrise weit weniger betroffen als andere Branchen, was ein Plus von 3,7 Prozent bei den "Green Jobs" von 2008 auf 2009 eindrucksvoll belege. Ganz im Gegensatz zum Trend der Gesamtwirtschaft, die im selben Zeitraum einen Stellenabbau erlebte.

Jeder zwanzigste Job in Österreich ist schon grün

Die Zahl der Erwerbstätigen in der umweltorientierten Produktion und Dienstleistung beträgt heute fast 180.000; rechnet man die gut 21.500 Personen dazu, die im Handel mit Umweltgütern und Umwelttechnologien tätig sind, ergibt das knapp 200.000 Arbeitsplätze – etwa jeder zwanzigste Job in Österreich ist damit bereits grün. 

Diese Entwicklung resultiere nicht zuletzt aus "gezielten Förderungen", betont der Minister: "Jede Investition in den Ausbau von Green Jobs bringt mehr Klimaschutz, Energiesicherheit, Wirtschaftswachstum und Aufschwung."

50 Prozent mehr Green Jobs in einem Jahrzehnt

Bis 2020 könnten in den Schlüsselbereichen weitere 100.000 Arbeitsplätze entstehen: Allein im Ausbau der thermischen Sanierung und in Heizungsumstellungen liegen bis zu 35.000 Green Jobs, bei den erneuerbaren Energiequellen 20.000 und im Ökotourismus 13.500. Weitere Chancen bergen die Steigerung der Exportquote bei der Umwelttechnik, die verstärkte Biomassenutzung sowie Verbesserungen im Öffentlichen Verkehr und die Verbreiterung der Umweltdienstleistungen. Hier sei laufend qualifiziertes Personal gesucht.

Bereits vor zwei Jahren hatte die Bundesregierung ein starkes Wachstum grüner Arbeitsplätze in Aussicht gestellt. Dazu soll das Kompetenzzentrum Austrian Clean Technology beitragen, welches eng mit dem Arbeitsmarktservice kooperiert. In den Bundesländern werden zudem die einzelnen Niederlassungen des Wirtschaftsförderungsinstituts eingebunden, um gemeinsam vor allem jungen Arbeitssuchenden "eine chancenreiche Zukunft" zu bieten.

Wo Jobs in der Umweltwirtschaft entstehen

Aber wo liegen nun die Jobs? Welche Aus- und Weiterbildungen bieten sich an, um den Einstieg bzw. eine erfolgreiche Karriere in der Umweltwirtschaft zu schaffen? – Zum einen verwies Berlakovich dieser Tage etwa auf eine neue, bundesweit einheitliche Ausbildung zum Nationalpark-Ranger

Entsprechend verlieh er den ersten 225 Absolventen – "BotschafterInnen der Natur" – ihr Zertifikat. Wer künftig einen der sechs heimischen Nationalparks besucht und an einer Exkursion teilnimmt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem dieser 225 geführt: "So sichern wir die Qualität der Naturvermittlung auf hohem Niveau, und zudem entstehen neue Green Jobs", sagt der Minister.

"klima:aktiv": Ausbildung und Weiterbildung in ganz Österreich

Als besonders vielversprechende und innovative Arbeitgeber präsentierte er bereits im Vorjahr Unternehmen wie die oberösterreichische Fronius International für Solartechnik, den weltgrößten Produzenten solarthermischer Flachkollektoren Green One Tec in Kärnten und den Feuerfest-Produzenten RHI, zugleich einer der größten Lehrlingsausbildner des Landes. 

Über die 2004 gestartete Initiative klima aktiv listet das "Lebensministerium" einige Anbieter von Aus- und Weiterbildungen, wie etwa die Bauakademie (Energieausweis-Profi sowie Beraterausbildungen für energieeffizientes Planen, Bauen und Wohnen), den Österreichischen Biomasse-Verband (Biowärme-Installateur bzw. -Rauchfangkehrer) oder die Donau-Universität Krems (u.a. Professional MBA Energy and Carbon Management).

Die Fachhochschul-Studiengänge Burgenland tun sich besonders hervor, wenn es um berufliche Fachausbildungen geht: Der "Kompetenzbereich Energie-Umweltmanagement" umfasst das Bachelor-Studium "Energie- und Umweltmanagment", der um den gleichnamigen Master, oder eines der Masterstudien für "Gebäudetechnik und Gebäudemanagement" bzw. "Nachhaltige Energiesysteme". 

Aber auch andere Hochschulen – etwa die FH Oberösterreich, das Management Center Innsbruck (MCI), die Wiener Universität für Bodenkultur und die Technische Universität Graz – erkennen die Zeichen der Zeit: Sie alle setzen auf "green education" für zukunftsträchtige Green Jobs. Als Suchmaschine bietet sich dafür www.wegweiser.ac.at an.

(Bild: M. Schuckart)