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Stellenmarkt Österreich - Jobs der Zukunft

Stellenmarkt Österreich - Jobs der Zukunft

Stellenmarkt Österreich - Jobs der Zukunft

 

Für heute hat Österreich hat die Wirtschaftskrise überstanden. Aber wo kann man in den nächsten Jahren auch noch arbeiten? Unser Autor Thomas Duschlbauer wagt fünf Prognosen über die Jobs der Zukunft.



Es sind unterschiedliche Faktoren, die letztlich dafür entscheidend sind, welche Branchen künftig gute Karrierechancen bieten werden. Einerseits geht es darum, welche Schwerpunkte in einem Land historisch gewachsen sind. So hat Österreich seine traditionellen Stärken im Maschinen- und Werkzeugbau, in der automotiven Zulieferindustrie, in der Weiterverarbeitung von Rohstoffen und natürlich in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Andererseits gibt es gesellschaftliche und technologische Trends sowie geopolitische Entwicklungen, von denen sich ein Land nur schwer abkoppeln kann. 

 

 

Stellenmarkt Österreich: gut strukturiert und aufgestellt


Generell lässt sich aber behaupten, dass Österreich die weltweite Wirtschaftskrise gut überstanden und daraus auch nützliche Lehren für die Zukunft gezogen hat. Dies ist insbesondere auf die klein- und mittelständischen Strukturen mit einem ausgewogenen Branchenmix zurückzuführen. Darüber hinaus kann ein Vorteil auch im Föderalismus gesehen werden, der – ähnlich wie in Deutschland und in der Schweiz – einen gesunden Wettbewerb zwischen den Regionen ermöglicht.

 

Wo die Jobs der Zukunft liegen


1. Rohstoffe, Nachhaltigkeit, Grüne Jobs: Energiewende noch lange nicht am Ende


Für die Branchenentwicklung werden in Österreich zunächst die steigenden Rohstoff- und Energiepreise eine wichtige Rolle spielen – zumal das Land diesbezüglich sehr stark von Importen abhängig ist. Es werden also jene Unternehmen die Nase vorne haben, denen es gelingt, aus dem Bestehenden mit möglichst wenig Energieaufwand mehr zu machen. Aspekte wie Nachhaltigkeit und Energieeffizienz sind daher kein bloßes "nice to have" zur Imagepolitur, sondern überlebensnotwendige Faktoren für die Unternehmen.

Gefragt ist, wer hier jene Kompetenzen zu bieten hat, die den Firmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Zu den passenden Berufsbildern gehört beispielsweise das des Energiemanagers mit einem Überblick über technische, wirtschaftliche und rechtliche Aspekte. Klar ist dabei auch, dass uns das Thema Energie unabhängig vom Auf und Ab der Konjunktur wohl noch über viele Jahre beschäftigen wird.

 

2. Logistik, Transport, Klimaschutz: Pfadfinder gesucht


Eng mit diesem Thema verbunden sind auch alle Fragen der Logistik. Gerade die letzte Krise hat sehr deutlich gezeigt, dass transportunabhängige Branchen wie IT und Kommunikation bessere Überlebenschancen haben. Viele Betriebe stoßen dort an die Grenzen ihrer Expansionsmöglichkeiten, wo die Kosten für den Transport einfach zu hoch werden. Zudem werden strengere Bestimmungen zum Klimaschutz europaweit Verschiebungen hervorrufen.

Ein Beispiel ist die Bauwirtschaft, wo der Holzbau in den Städten aufgrund der Nachhaltigkeit bzw. der günstigen Co2-Bilanz gute Chancen hätte. Allerdings sind die Hersteller für die vorgefertigten Module vorwiegend im Westen des Landes konzentriert und nicht in der Nähe großer Ballungszentren wie Wien. Solche Herausforderungen sind lösbar. Wer hier praktikable Antworten bieten kann, wird sich um seinen Job keine Sorgen machen müssen – noch dazu in einem Land, das im Herzen Europas liegt und Drehscheibe zwischen bedeutenden Wirtschaftsräumen ist.

 

3. Ingenieure, Mechatroniker, interdisziplinäre Entwickler: Arbeiten außerhalb der Komfortzone


Im Fahrwasser dieser Trends wird es auch immer wichtiger werden, neue Werkstoffe mit neuen Eigenschaften zu entwickeln oder bestehende Werkstoffe intelligent miteinander zu kombinieren.  Leichtigkeit, niedrigerer Energieaufwand bei der Herstellung und Recyclingfähigkeit sind nur einige der Eigenschaften, die gefragt sind. Zudem erfordern neue Werkstoffe oder Werkstoffkombinationen auch ein anderes Know-how für die Weiterverarbeitung. Dort, wo neue Werkstoffe zunächst für spezielle Anwendungen entwickelt wurden, zeigt sich auch, dass sich rasch andere finden, die ebenfalls Verwendung dafür haben. 

Dies ist insbesondere eine lohnende Herausforderung für alle, die an den Schnittstellen unterschiedlicher Technologien arbeiten und gerne über den Tellerrand hinausblicken. Ein Großteil der Innovation geschieht heute außerhalb der eigenen Komfortzone und an der Schnittstelle unterschiedlicher Disziplinen. Beispielhaft dafür ist sicherlich die Erfolgsgeschichte der Mechatronik, die im Prinzip immer noch einer Arbeitsplatzgarantie gleichkommt.

 

4. Medizin, Pharmazie, Lifestyle: Der Trend zum Human Design 


Nicht nur die Arbeit an neuen Materialien, sondern am Menschen selbst wird künftig noch mehr Bedeutung bekommen. Einerseits ganz simpel aufgrund des demografischen Wandels und einer im Durchschnitt immer älteren Bevölkerung. Andererseits darum, weil Medizin nicht nur einen Reparatur- und Wartungsansatz vertritt, sondern zunehmend auch mit einem "Designanspruch" verknüpft wird. Die Menschen möchten immer älter werden und dabei stets jung bleiben – oder zumindest so aussehen. 

Medizinische Leistungen und pharmazeutische Produkte, die hier nachhelfen, indem sie nicht nur die Lebenserwartung erhöhen, sondern auch die Lebensqualität steigern, schaffen langfristig Beschäftigung. Darüber hinaus wird schon in den nächsten Jahren ein Ärztemangel in Österreich einsetzen, der noch dazu dadurch verstärkt wird, dass unsere deutschen Nachbarn das gleich Problem haben, aber schon jetzt sehr engagiert an die Akquise im Ausland herangehen. Gleichzeitig sind in Österreich ausländische Ärzte als Staplerfahrer unterwegs, weil deren Abschlüsse bei uns nicht anerkannt werden.

 

5. Tourismus, Freizeit, Kreativwirtschaft: Go wild!


Österreich ist nicht nur ein guter Platz, um zu arbeiten, sondern auch, um zu entspannen und Urlaub zu machen. Gerade dadurch werden viele Arbeitsplätze geschaffen. Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft wird auch künftig einen besonderen Stellenwert haben und durch differenzierte Angebote auch neue Berufsbilder hervorbringen. 

So können beispielsweise Naturführer nicht nur authentische Erfahrungen von Wildnis vermitteln, sondern auch einen Beitrag zur Selbstfindung leisten, indem sie vor Augen führen, dass eine wichtige Kompetenz heute darin besteht, mit unberechenbaren Situationen und allgemein mit Ambivalenz umgehen zu können. Zudem ist diese Branche im Einklang mit der Kreativwirtschaft ein wichtiger und zum Teil noch unterschätzter Faktor, um ausländischen High Potentials ein ansprechendes Umfeld zu bieten.

(Thomas Duschlbauer / Bild: Marion Webhofer)


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