Traineeprogramme: Von der Pieke auf

Traineeprogramme: Von der Pieke auf

Traineeprogramme: Von der Pieke auf

Traineeprogramme: Von der Pieke auf

Nach dem Studium gleich einen fixen Job annehmen? Der "klassische" Weg muss nicht immer der beste sein. Traineeprogramme ermöglichen, das zu lernen, was an der Uni so oft fehlt: die Praxis. Es gibt noch mehr Vorteile.

 

 


Von Emily Walton

 

 

 

 

 

 

Es ist kein Geheimnis, dass jene Manager am erfolgreichsten sind, die ihr Unternehmen von der Pieke auf kennen. Gut führt, wer weiß, wie es sich anfühlt, Regale einzuschlichten, zu kassieren, Buch zu führen, sich um Vermarktung und Customer Service zu kümmern. Denn: Wer viele Abteilungen in einem Betrieb kennt, kann das große Ganze steuern.

Was bieten Traineeprogramme?

Traineeprogramme, die meist von großen Unternehmen angeboten werden, bieten genau diesen Einblick. Vielfach sind sie so angelegt, dass die Teilnehmer alle paar Monate in eine andere Abteilung wechseln. Ein klassisches Traineeprogramm besteht damit aus "On the Job"-Phasen (hier arbeiten die Trainees, betreuen eigene Projekte etc.) und Weiterbildungsphasen. In Schulungen werden Managementskills und firmenrelevantes Know-How gelehrt.

Gute Traineeprogramme sind damit eine Win-Win-Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber: Die Trainees lernen viel und knüpfen wichtige Kontakte. Die Personalchefs können eruieren, wo die besonderen Stärken der einzelnen Neulinge liegen.

 

 

Wer kann Trainee werden?

In der Regel richten sich Traineeprogramme an Absolventen von Universitäten oder Fachhochschulen. Aber nicht nur: Auch Berufsanfänger, also Personen, die schon ein paar Jahre Berufserfahrung (auch in einem anderen Bereich) haben, kommen als Trainees in Frage. Nicht immer müssen Bewerber ein auf den ersten Blick passendes Studium haben. Auch Anthropologiestudenten oder Germanisten wurden schon in Traineeprogramme großer Konzerne aufgenommen.

Kurz: Firmen suchen junge, dynamische und lernbereite Bewerber, die sie formen und schulen können, um sie dann in das Unternehmen aufnehmen zu können. Vielfach führt der Weg eines Trainees zu einem Managementposten. (Oftmals wird das Programm als "Management-Traineeprogramm" ausgeschrieben.)

(Kein) sanfter Einstieg

Um sicherzustellen, dass sie die Besten der Besten rekrutieren, sorgen die Personalchefs für knifflige Bewerbungsverfahren: Bewerber für ein Traineeprogramm müssen sich in einem Assessment Center, in Interviews und Tests behaupten. Eine Belastungsprobe also. Einen Platz in einem guten Traineeprogramm zu bekommen, kann durchaus als Qualitätsmerkmal gewertet werden.

Reich an Erfahrung

Ein hohes Gehalt wird in den seltensten Fällen Motivation sein, sich für ein Traineeprogramm zu bewerben. Das Gehalt liegt meist unter dem Einstiegsgehalt für Akademiker. (Hier gibt es große Schwankungen: In manchen Firmen liegt das Traineegehalt bis zu 40 Prozent unter dem Einstiegsgehalt, andernorts liegt es nur marginal darunter!).

Wer glaubt, als Trainee nicht verhandeln zu dürfen, irrt. Gerade jene Bewerber, die bereits im Berufsleben gestanden sind (und sich daran gewöhnt haben ein "normales" Gehalt zu verdienen) sollten das Thema Gehalt ansprechen. Manches Mal sind Firmen auch gewillt mehr zu bezahlen, da sie den Mix an Teilnehmern schätzen und es für sie schwieriger ist, Bewerber zu erreichen, die bereits Berufserfahrung haben. Vielleicht ist das Unternehmen bereit, andere "Zuckerl" zu bieten – etwa ein Diensthandy oder einen Laptop.

Achtung: Wichtiger als das Gehalt ist die Qualität des Programms!

Das passende Traineeprogramm finden

Bevor Sie sich um ein Traineeprogramm bewerben – und spätestens bevor Sie den Platz annehmen – sollten Sie sich die Details ansehen.

Betriebsgröße: Ist das Unternehmen groß genug, ein solches Programm anzubieten? (Es bringt nichts, wenn keine Job-Rotation möglich ist, bzw. wenn später keine Aussicht auf einen der Qualifikation entsprechenden Posten besteht.)

Programminhalte: Besorgen Sie sich die Ausbildungspläne. Achten Sie darauf, dass es einen Mix aus Arbeitspraxis und Weiterbildung gibt. Werden nur betriebsinterne Seminare angeboten oder auch externe Schulungen? Gegebenenfalls können Sie sich im Internet schon über die Trainer und Ausbildner schlau machen. Ein hochwertiges Weiterbildungsangebot (bei namhaften Anbietern) ist ein Qualitätsmerkmal, zumal die Weiterbildung für die Trainees eine Art "Gegenleistung" ist, für ihre Arbeit, die sie günstig(er) zur Verfügung stellen.

Jobaussichten: Besteht das Traineeprogramm schon eine Weile, sollten Sie sich unbedingt erkundigen, welche Positionen heute von ehemaligen Trainees besetzt werden. Achtung: Das Wort "Trainee" wird oftmals falsch verwendet oder gar als Synonym für "Praktikum" eingesetzt.

Betreuung: Wie werden die Trainees während des Programms betreut? Wird Ihnen eine Ansprechperson zur Verfügung gestellt? (Oftmals sind Traineeprogramme an Mentoringprogramme geknüpft.) Gibt es Netzwerkveranstaltungen, etwa einen regelmäßigen Trainee-Stammtisch?

Bewertung: Scheuen Sie sich nicht, ehemalige Absolventen zu kontaktieren. Nur wer sich ausreichend informiert, kann sicherstellen, dass ein Traineeprogramm für ihn der richtige Weg ist!

 

(Bild: Sturti, istockphoto.de)