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Personalmarketing mit Twitter

Personalmarketing mit Twitter

Social Media Marketing, Twitter, Web 2.0, Social Media, Employer BrandingIn Sachen Personalmarketing und Employer Branding kann Twitter eine wirkungsvolle Ergänzung zu anderen Sozialen Netzwerken sein. Allerdings nur, wenn das Medium richtig eingesetzt wird.

 

 

Von Peter Ilg

Immer mehr Firmen erhöhen ihre Budgets für Employer Branding und Personalmarketingmaßnahmen im Internet. "Sie müssen beim Kampf um die besten Mitarbeiter neue Wege beschreiten, weil klassische Maßnahmen wie Stellenanzeigen in Tageszeitungen immer weniger Erfolge zielen", so Claudia Hilker, die mit ihrer Firma Hilker Consulting, Düsseldorf, Unternehmen strategische Beratung für Social-Media-Marketing bietet. Eine immer größere Bedeutung bekommen hierbei soziale Medien wie Facebook, Xing, Twitter und Co. Doch insbesondere bei Twitter scheiden sich die Geister: Ist die Plattform, auf der sich lediglich Kurznachrichten in Länge einer SMS verbreiten lassen, wirklich geeignet, um potenzielle Bewerber auf das eigene Unternehmen aufmerksam zu machen? Experten sagen: Ja! Aber Handeln tut Not.

Stichwort Fachräftemangel

Der Reihe nach: Das Personalmarketing vieler Unternehmen in Deutschland ist noch nicht ausreichend auf den zunehmenden Fachkräftemangel ausgerichtet. Das ergab eine Studie der Personalmarketing-Experten von index. 231. Personalverantwortliche wurden hier zu den Employer-Branding- und Recruiting-Aktivitäten ihres Unternehmens befragt. Das Ergebnis: Insbesondere in der Bewerberkommunikation sind deutliche Defizite erkennbar.

Bei der Suche nach geeigneten Kandidaten hat die klassische  Stellenanzeige nach wie vor oberste Priorität. Für Personalmarketingmaßnahmen im Web 2.0 oder im Karrierebereich auf der eigenen Unternehmens-Website steht dagegen in der Regel deutlich weniger Budget zur Verfügung. Nur etwa 23 Prozent der Unternehmen haben eine Karriereseite im Internet, die mehr Informationen liefert als reine Stellenangebote.

"Die Personalverantwortlichen haben den Handlungsbedarf erkannt", sagt index-Agenturleiterin Franziska Berge: ein Drittel der befragten Unternehmen wollen Social-Media-Kommunikation mit potentiellen Arbeitnehmern und der Karriere-Website künftig intensiver pflegen.

Twitter: Ein Must-Have?

"Twitter ist dabei kein Must-Have, aber eine wirkungsvolle Ergänzung zu anderen Kanälen, wenn man das Medium richtig nutzt", sagt Tobias Kärcher. Er ist der kreative Kopf bei atenta in Hamburg, einer Agentur, die Unternehmen beim Employer Branding, Marketing und Recruiting konzeptionelle und technische Lösungen liefert. Die Plattform hat es seiner Meinung nach in Deutschland noch nicht geschafft, sich als Social-Media-Plattform zu etablieren. "Twitter wird als Informationsdienst genutzt und die User folgen Personen, Unternehmen oder Themen. Kommunikation findet kaum statt und es gibt nur wenige, die alle Möglichkeiten dieser Kommunikationsplattform nutzen."

Kärcher schätzt, dass gut 50 Unternehmen in Deutschland einen reinen Karriere-Channel betreiben, etwa 30 davon haben mehr als 1.000 Follower. Deutlich mehr Firmen gibt es, die nicht nur Karrierethemen, sondern auch Unternehmensinfos twittern. "Das ist fürs Employer Branding wichtiger, weil Interessenten mehr über die Firma erfahren, als nur, welche Stelle gerade frei ist."

Im Idealfall macht ein Unternehmen beides und legt die Kanäle zusammen. "Die Deutsche Bahn betreibt ihren Karrierekanal mustergültig", sagt Kärcher. Das Unternehmen postet Stellenangebote, aber auch viel über das Unternehmen selbst. Das macht absolut Sinn, denn potenzielle Arbeitnehmer wollen nicht nur wissen, welche Stelle gerade zur Verfügung steht, sondern auch, wie das Unternehmen tickt: Wie ist das Arbeitsklima? Wie ist der Teamzusammenhalt? Welche Fortbildungsmöglichkeiten gibt es? Wie sehen die Aufstiegschancen aus?

Kreative und vielfältige Inhalte

Wichtig ist es, der Zielgruppe kreative und vielfältige Inhalte zu bieten. Das erreichen Social Media Manager am besten, indem sie unterschiedliche Darstellungsformen wählen und via Twitter auf Text-,  Bild- oder Filmbeiträge verweisen. Ein weiteres A und O: Aktiv mit den Followern kommunizieren. Das bedeutet nicht nur, auf deren Fragen zeitnah zu antworten, sondern auch selbst den ein oder anderen Kommunikationsstrang zu eröffnen.

Das hält nicht nur die Follower am Ball, das twitternde Unternehmen bekommt auch ein Feedback über die Bedürfnisse seiner potenziellen Jobanwärter. Das wiederum gibt die Gelegenheit, unternehmensintern an der ein oder anderen Stellschraube zu drehen und die Bedingungen zu optimieren. 

(Bild: Istockphoto)