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Social Media: Der richtige Ton macht’s

Social Media: Der richtige Ton macht’s


Damit Social Media Auftritte von Unternehmen funktionieren, kommt es auf einen maßgeschneiderten Auftritt in den einzelnen Plattformen an.  Doch immer wieder unterlaufen Firmen bei der Erstellung und "Wartung" Fehler. Experte Lutz Altmann gibt Tipps für die richtige Vorgehensweise. 

 

Welche Portale sind die gängigsten?
Bei aktuellen Befragungen wurden von den befragten Personalern vor allem Facebook, Xing, LinkedIn und Twitter sowie Corporate Blogs genannt.

Sollte eine Firma Ihre Auftritte so breit wie möglich auf diversen Portalen streuen?
Nein, nicht unbedingt. Eine gezielte Auswahl für einen vernünftigen Ressourceneinsatz ist gefragt. Synergien der einzelnen Kommunikationskanäle sollten ebenso genutzt werden. Auf Twitter kann man z.B. auf weitergehende Informationen auf Facebook oder auf dem eigenen Blog hinweisen.

Welche Probleme ergeben sich bei einer breiten Streuung? Wie viele Auftritte bieten sich maximal an?
Die Probleme liegen vorrangig im Zeiteinsatz und dem gegebenenfalls verbundenen Verlust der Übersichtlichkeit. Und die Anzahl ist stark davon abhängig in welchen Networks die jeweiligen Zielgruppen sich befinden und wie man diese "bedienen" möchte.

Wie das richtige Portal ausfindig machen?
Das jeweils für sich richtige Portal herauszufinden, ist die Fleißaufgabe vorab. In einer Vorabphase sollte man die Netzwerke und ihre Angebote einmal testen und in die Kommunikation "reinhorchen". Zuhören und lernen ist zu Beginn angesagt.

Welche Ansprache ist bei welchem Portal gefragt?
Klare, immer gleiche Regeln, wie man auf den einzelnen Portalen kommunizieren soll, sollte es nicht geben. Dies ist wie in der Offlinewelt. Sie können dort (gelegentlich) auch Businesskontakte duzen und auf Privatpartys die Gäste siezen. Hören Sie in die Portale und Zielgruppen rein und entscheiden Sie sich dann für die richtige Tonalität.

Wie ist es möglich, mit relativ geringem Zeitaufwand ein effektiver Nutzer zu werden?
Gar nicht! Nein, lassen Sie es mich anders sagen. Jeder sollte für sich die Ziele setzen und danach entscheiden, was es heißt, effektiv zu sein. Und danach wird der zeitliche Aufwand jederzeit angepasst. Und wichtig ist auch, dass man dazu lernt und dann entscheidet, ob man noch mehr oder doch weniger Zeit für seine Ziele einsetzen möchte. Um einmal eine konkrete Zeitangabe zu geben. Derzeit bin ich persönlich ca. 30 bis 90 Minuten pro Tag aktiv in Social Media.

Welche Vorkenntnisse sind nötig?
Zuhören können und erste Erfahrungen in den angesprochen Fachthemen (man sollte etwas zur allgemeinen Diskussion und Information beitragen können). Und dies gepaart mit gewissen kommunikativen Fähigkeiten und der Lust sich mit anderen auszutauschen. Eine gewisse Internetaffinität, z.B. zur Einbindung von Videos, Fotos oder Links vereinfacht den Umgang mit Social Networks ebenso.

Welchen Zeitaufwand bedeutet ein Auftritt in Social Media Portalen?
Dies ist unterschiedlich und kann daher nicht konkret auf eine einzelne Person oder geschweige denn mit einer einzigen richtigen Stundenzahl beantwortet werden. Dies richtet sich wirklich nach den jeweiligen Zielen aus. In einer aktuellen Umfrage haben die angefragten Personaler für Ihr Unternehmen zwischen einer Stunde und mehr als 30 Stunden pro Woche angegeben.

Ist es sinnvoll, das Projekt auf mehrere Schultern zu verteilen, vielleicht sogar in verschiedenen Abteilungen?
Ja, absolut. Unternehmen sollten mehrere Personen aus verschiedenen Bereichen für die Aktivitäten im Social Media Personalmarketing gewinnen.

Wie schnell sollte man auf Postings reagieren?
Dies ist abhängig von der jeweiligen Anfrage. "Kritische Themen" sollten nicht zu lange unbeantwortet bleiben. Andere Postings können jedoch auch schon einmal auf eine passende Rückantwort ein bis drei Tage warten. Ideal ist jedoch ein tägliches Screening und gegebenenfalls sollte man so zumindest ein kurzes Feedback geben können.

Wie reagieren Nutzer, wenn abends und am Wochenende die Seiten "stillgelegt" sind?
Das kommt auch darauf an, was für eine Netzwerkseite Sie betreiben. Wenn es dringend ist, möchte jeder User die Seite sofort erreichen können. Und heutzutage müssen die meisten Seiten doch kaum noch stillgelegt werden. Einen ausländischen Report mit Wartungsarbeiten zu unmöglichen Zeiten hat doch kaum noch Jemand.

Wie lässt sich der Bekanntheitsgrad einer Seite steigern, wie die Zielgruppe konkret ansprechen?
Einen guten Namen für seine Seite sollte man wählen und passende Influencer gewinnen. Über Gewinnspiele kann man auch kurzfristig mehr User gewinnen. Doch sollte man sich vorab fragen, ob diese dann auch zur gewünschten Zielgruppe gehören. Guter Content mit einer passenden Suchmaschinenoptimierung ist zwingend erforderlich.

(Interview: Sonja Dietz, September 2010 / Bild: Stefan Rajewski, Fotolia.com)


Lutz Altmann ist Geschäftsführer der humancaps consulting Ltd. und hat sich auf die Themen Personalberatung, Social Media Personalmarketing, Employer Branding, Recruiting 2.0 spezialisiert.