Tipps / Einstellungsverfahren / Personalmarketing / WebCongress: HR meets Social Media

WebCongress: HR meets Social Media

WebCongress: HR meets Social Media


Im September geht der erste Online-Webkongress zum Thema Social Media an den Start. Die Veranstalter sind optimistisch und rechnen mit hohen Zugriffsraten.

 

 

 

Wenn Professor Dr. Thorsten Petry von der Business School Wiesbaden sein Publikum zu seinem  Vortrag begrüßt, sieht er nicht, wem er die Ergebnisse der Trendstudie "HR Social Media" eigentlich vorstellt: Seine Zuhörer sind deutschlandweit via World Wide Web mit ihm vernetzt und verfolgen sein Referat mitsamt Power Point Präsentation am PC.

Fragerunde via Chat

Ansonsten ist fast alles wie im echten Leben. Nach dem Vortrag haben die Kongressteilnehmer bei einer Fragerunde die Möglichkeit, sich untereinander und mit dem Referenten auszutauschen: Allerdings per Chat und  nicht bei Kaffee und Schnittchen am Stehtisch. 

Wissenschaftler Petry ist einer der Experten des virtuellen Webkongresses für Personalverantwortliche, zu dem der Internet-Dienstleister HRnetworx für den 23. September 2010 einlädt.  Motto der eintägigen Fachveranstaltung: "HR meets Social Media".

Die Themen:

  • HR Social Media Trends Enterprise 2.0
  • Anforderungen an Recruiter  und Personaler
  • Social Media Monitoring
  • Guidelines
  • Best-Practices

Wie können sich Unternehmen am besten darstellen?

"Die Social Media Angebote, wie Twitter, Facebook, Xing, Blogs und sonstige Communities prägen zunehmend den Arbeitsalltag in der Personalabteilung", fasst Tjalf Nienaber, HR & Web 2.0 Consultant der networx Holding GmbH & Hewitt Associates GmbH, die Hintergründe der Webkonferenz zusammen. "In den letzten Wochen haben wir von networx eine Reihe von Webinars rund um das Thema Social Media gehalten. Motiviert durch den hohen Teilnehmerzuspruch wollen wir bei dem WebCongress zum Praxisaustausch und Expertentreff zu diesem Themenfeld einladen." 

Wo stehen Unternehmen zurzeit  in Sachen Social Media? Welche Möglichkeiten gibt es für den erfolgreichen Einsatz? Und was sollte beim Einsatz von Social Media beachtet werden? Auf diese Fragen wollen die Veranstalter Antworten liefern.

Marktlücke entdeckt

Und weil sich die Konferenz dem so genannten Mitmach-Web verschrieben hat, ist es nur konsequent, die gesamte Veranstaltung ins Internet zu verlagern, findet Nienaber, der fest überzeugt ist, eine Marktlücke zu füllen. "Ein virtueller Kongress bietet den Teilnehmern zahlreiche Vorteile, die sie bei einer 'Offline-Veranstaltung' nicht haben", bilanziert er.  "Der Kongressteilnehmer loggt sich über den Firmen-PC einfach zu den Themen ein, die ihn interessieren, die anderen kann er getrost ignorieren."

Dazwischen bleibt Zeit, sich ums Tagesgeschäft zu kümmern. Bei einer Präsenzveranstaltung müsse diese Zeit unter Umständen daumendrehenderweise in einer Cafeteria oder einem öden Hotelzimmer totgeschlagen werden, merkt Nienaber an.

Effizient und kostengünstig

Unterm Strich sei das "Format" nicht nur effizient, sondern auch kostengünstig – für beide Seiten: Der Teilnehmer spart sich eine langwierige Anreise und die damit verbundenen Kosten. Für den Veranstalter  fallen keine teuren Mietpreise für eine Messehalle an, so dass der Ticketpreis mit schlanken 89 Euro deutlich niedriger ausfällt als bei einer vergleichbaren Präsenzveranstaltung.

Klingt erstmal gut. Aber bleibt dabei nicht der Netzwerkgedanke auf der Strecke?  Immerhin zieht es viele Besucher mitunter zum Erfahrungsaustausch zu Kongressen. Überhaupt nicht, findet Nienaber. "Visitenkarten können auch bei uns ausgetauscht werden – nur eben nicht auf Papier. Und wenn man ehrlich ist: Bei einem Offline-Kongress steht Networking auch nicht so sehr im Vordergrund. 95 Prozent der Zeit besteht aus langwierigen Fußmärschen durch volle Messehallen, immer mal wieder unterbrochen von einem kurzen Smalltalk."

Netzwerken kommt nicht zu kurz

Die gleichen Informationen könnten auch im Chat ausgetauscht werden. Und für viele sei hier die Hemmschwelle, fachliche Fragen zu stellen oftmals viel niedriger als bei einer Präsenzveranstaltung. Alles Weitere geschehe später per E-Mail oder am Telefon.

Allerdings steht der Erfahrungsaustausch beim WebCongress nicht an erster Stelle, räumt Nienaber ein. "Personaler sehen oft zu, dass sie schnell an Informationen kommen – da geht es nicht so sehr um neue Kontakte." "Virtuelle Druckbetankung" nennt der HR & Web 2.0 Consultant das.

Und keine Zielgruppe ist für diese so aufgeschlossen wie Personaler, ist er sich sicher. Denn Internetaffinität und Personalwesen seien alles andere als ein Gegensatzpaar. "Die Personaler sind diejenigen, die sich in allen Branchen damit beschäftigen, wie man online Bewerber ansprechen kann", meint er. "Der Paradigmenwechsel kam im Jahr 2000 mit den ersten Online-Jobbörsen. Damals haben Personalverantwortliche schnell verstanden, dass man im Gegensatz zu Printanzeigen über virtuelle Stellenanzeigen mehr Reichweite generieren kann."

Neue Möglichkeiten in punkto Rekrutierung und Personalmarketing

Die Anwendungen des Web 2.0 eröffnen nun wieder neue Möglichkeiten in Sachen Rekrutierung und Personalmarketing . Da gelte es am Ball zu bleiben.  "Noch ist es für Unternehmen recht neu, sich zu positionieren. Doch  Social Media-Auftritte wie von der  Otto Group oder Bertelsmann zeigen, dass sich innerhalb von kürzester Zeit viele 'Anhänger' generieren lassen und sich firmenbezogene Inhalte sehr schnell verbreiten. Diesen viralen Effekt wollen Firmen für sich nutzen." Doch noch sind viele Fragen dazu offen. Daher rechnet Nienaber mit einer großen Resonanz auf seinen Webcongress. Bis zu 500 Besucher hält er für realistisch.

(Sonja Dietz, Juli 2010)

Weiterführende Informationen: