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Monster Jobwechsler Studie 2014

Monster Jobwechsler Studie 2014

Im Arbeitsalltag sind wenige Konflikte zwischen den Generationen vorhanden. Dies ist eine der Kernaussagen der fünften repräsentativen Monster Jobwechsler Studie. In Zahlen: Nur rund jeder Zehnte beklagt sich zumindest stark über die Zusammenarbeit mit älteren bzw. jüngeren Kollegen. 

„Die Mehrheit der ArbeitnehmerInnen ist also der Meinung, dass in den Unternehmen fast keine Generationskonflikte herrschen“, erläutert Mag.(FH) Barbara Riedl-Wiesinger, Country Manager & Sales Director Monster Worldwide Austria GmbH. „Damit unterscheidet sich die Sicht der Arbeitnehmer wesentlich von der Rekrutierungspolitik der Unternehmen. Die Unternehmen sollten sich überlegen mehr ältere Arbeitnehmer anzustellen, schon allein, um dem Fachkräftemangel begegnen zu können.“

Studiendesign
„Monster.at führt die Jobwechsler-Studie halbjährlich durch. Ziel der Studien ist es, die Trends bei den unselbstständig Erwerbstätigen in Sachen Wechselbereitschaft festzustellen sowie mit einem Schwerpunkt – diesmal war es der Generationenkonflikt – ein aktuelles Thema aus der Arbeitswelt aufzugreifen“, so Riedl-Wiesinger. „Insgesamt wurden 1.010 Österreicher Face-to-Face befragt; davon waren 439 unselbstständig erwerbstätig. Die Umfrage fand im März 2014 statt. Wissenschaftlich wurde die Studie von IMAS International begleitet.“

Was den Berufsalltag der ÖsterreicherInnen wirklich erschwert


Unter Vorlage verschiedener Aspekte gibt beinahe die Hälfte der unselbstständig Erwerbstätigen an, durch den zeitlichen Druck sehr stark (17%) bzw. stark (30%) belastet zu sein. Auch empfindet mehr als ein Drittel der Befragten die große Verantwortung als sehr starke (9%) oder starke (26%) Erschwernis.

Jüngere Kollegen sind freizeitorientiert – die älteren Kollegen sind erfahren 


„Auch wenn es kaum Spannungen zwischen jüngeren und älteren Arbeitnehmern gibt, so werden diesen beiden Gruppen dennoch sehr unterschiedliche Kompetenzprofile zugeschrieben“, erläutert DDr. Paul Eiselsberg, Senior Research Director, IMAS International. „Während die Jüngeren eher als freizeitorientiert (44%), hektisch (40%) und innovativ (39%) angesehen werden, gelten die Älteren vorrangig als gute Führungskräfte (45%) mit Vorbildfunktion (58%), die erfahren (74%) und besonnen (44%) sind. Dennoch scheinen diese Unterschiede kaum für Spannungen zwischen den Generationen am Arbeitsplatz zu sorgen.“ 

Auffällig: Nur drei von siebzehn Eigenschaften werden jüngeren Arbeitnehmern eher zugeschrieben als ihren älteren Kollegen. „Allerdings muss man trotz der starken Differenzen im Auge behalten, dass alle Eigenschaften, außer der Erfahrung und der Vorbildfunktion, am stärksten beide Generationstypen zu charakterisieren scheinen“, so Eiselsberg. „Hierzu zählen insbesondere der Fleiß (83%) und der gute Kollege (84%). Interessanterweise beurteilen Befragte unter 30 Jahren die Kompetenzen der Jüngeren wie auch die der Älteren ähnlich wie Befragte über 50 Jahren.“

Zusammenarbeit zwischen den Generationen ist harmonisch


Auch bei der Zusammenarbeit ist auf den ersten Blick erkennbar, dass Harmonie unter älteren und jüngeren Arbeitnehmern vorherrscht: Sehr selten wird einer der eher negativen Aussagen im Hinblick auf die andere Generation voll und ganz zugestimmt. Die Hälfte der unselbstständig Erwerbstätigen (50%) hat zumindest einigermaßen den Eindruck, dass ältere Arbeitnehmer sich nichts mehr sagen lassen. 

Rund zwei Fünftel bestätigen auch die Aussagen, dass ältere Arbeitnehmer nicht mehr so schnell mitkommen (41%) und von den neuen Technologien und Programmen nichts verstehen (40%). Ebenso viele sind zumindest einigermaßen der Meinung, dass jüngere Arbeitnehmer nur an ihre Hobbys und ihre Freizeit denken (41%), zwar besser ausgebildet sind, sich aber kaum auskennen (40%) und immer alles besser wissen (40%). Keine Mehrheit finden die Aussagen, dass ältere Arbeitnehmer bei gleicher Leistung zu viel verdienen (28%) und dass ältere Arbeitnehmer nur noch an ihre Hobbys denken (15%).

Studie spiegelt die Meinungen in Österreich wider


„Die Studie gibt in einigen Punkten Meinungen wider, die wohl in Diskussionen häufig zu hören sind, aber in der Realität nicht bestätigt werden können“, erläutert Mag. Matthias Schulmeister, Geschäftsführer Schulmeister Management Consulting. „So finden sich in den Unternehmen viele ältere Arbeitnehmer, die großes EDV Know-how besitzen, wobei natürlich ihr Wissen über Social Media weniger ausgeprägt ist.“ 

Auch sollte keinesfalls verallgemeinert werden, dass ältere Arbeitnehmer hauptsächlich an die Pensionierung denken, und es stimme nicht, dass ältere Arbeitnehmer öfter krank sind, als jüngere. „Fakt ist aber, dass das Senioritätsprinzip sehr stark in den Kollektivverträgen verankert ist, was ältere Arbeitnehmer den Unternehmen teurer kommen lässt, als jüngere“, so Schulmeister. Um mehr ältere Arbeitnehmer in den Unternehmen zu halten, sollte ein Ansatz angedacht werden, „bei dem die Unternehmen nicht bestraft werden, wenn sie keine älteren Mitarbeiter anstellen, sondern belohnt werden, wenn sie diese anstellen“.

Ergebnisse der Jobwechsler Studie 2014/2


Knapp ein Viertel der unselbstständig Erwerbstätigen in Österreich hat in den letzten Monaten schon einmal daran gedacht, den aktuellen Arbeitgeber zu wechseln. Für beinahe dreimal so viele Befragte (72%) war dies jedoch noch nicht der Fall. Somit ist der Anteil an Arbeitnehmern mit Wechselabsichten im Vergleich zum Herbst letzten Jahres marginal um zwei Prozentpunkte gestiegen.
Ursache dafür scheint allerdings zu sein, dass diesmal insgesamt mehr Befragte eine Angabe machten. Dieser deutliche Rückgang der Unentschlossenen in dieser Fragestellung ist mit großer Wahrscheinlichkeit auf die aktuellen Diskussionen rund um den österreichischen Arbeitsmarkt zurückzuführen.

Ältere denken weniger über Jobwechsel nach


Naturgemäß haben vergleichsweise weniger Personen über 50 Jahren (21%) einen Jobwechsel in Betracht gezogen. Arbeitnehmer aus niedrigeren sozialen Schichten (35%) haben wiederum vergleichsweise häufig überlegt, einen anderen Arbeitgeber zu suchen.

Intensität des Wechselgedankens


46% der unselbstständigen Arbeitnehmer, die in letzter Zeit einen Jobwechsel in Erwägung zogen, haben darüber zumindest wöchentlich nachgedacht. Etwas mehr der unselbstständig Erwerbstätigen mit Wechselabsichten (49%) taten dies allerdings seltener. Somit ist die Zahl jener, die sich zumindest wöchentlich mit dem Gedanken an einen Unternehmenswechsel beschäftigen, noch höher als im Herbst vergangenen Jahres. Hier gibt es allerdings ein interessantes Detail: Die Zahl jener, die sich mehrmals täglich, täglich oder mehrmals in der Woche damit beschäftigten, ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Insbesondere Frauen, Personen unter 30 Jahren und Personen aus niedrigeren sozialen Schichten scheinen sich in der Tendenz intensiver mit einem möglichen Jobwechsel zu beschäftigen als ihre sozialen Gegengruppen.

Gehalt ist Hauptgrund für den Wechsel


Der Hauptgrund für einen allfälligen Jobwechsel liegt stärker denn je in einem zu geringen Gehalt (58%). Aber auch der Wunsch, Neues auszuprobieren (39%), fehlende Aufstiegsmöglichkeiten (36%), ein schlechtes Betriebsklima (34%) oder fehlende Wertschätzung der Arbeit (33%) werden häufig als Ursache für die Wechselbereitschaft der Arbeitnehmer genannt.
Insgesamt wurden dieses Jahr deutlich mehr Gründe aufgezählt als in den Jahren zuvor. Vor allem die drei Top-Nennungen waren diesmal wesentlich ausschlaggebender für die Überlegung eines Unternehmenswechsels, jedoch schien eine nicht erfüllende Arbeit deutlich seltener einen Anreiz für einen Jobwechsel dargestellt zu haben. Die Veränderungen sind auf Grund der niedrigen Fallzahlen richtwertartig zu interpretieren. Auch wenn man die niedrigen Fallzahlen berücksichtigt, so verdeutlichen die demografischen Unterschiede dennoch, dass etwa für Männer das Gehalt noch ausschlaggebender ist, während Frauen häufiger den Wunsch hegen, sich beruflich weiterzuentwickeln. „Auffällig ist, dass 66% mehr als drei Gründe angeben, um einen Wechsel in Erwägung zu ziehen“, erklärt Eiselsberg. (Bild: APA Fotoservice)